Homepage von Wolfgang Plagge

Webstatistik


Teile die Wolken und siehe den Weg!
Gichin Funakoshi
Begründer des Shotokan Karate



Dojo Kun
Hitotsu, jinkaku kansei ni tsutomuru koto!
(Bemühe Dich um die Vollendung Deiner Persönlichkeit!)

Hitotsu, makoto no michi o mamuru koto!
(Bleibe Aufrichtig!)

Hitotsu, doryoku no seishin o yashinau koto!
(Übe Dich in Deinen Bemühungen!)

Hitotsu, reigi o omonzuru koto!
(Bewahre Respekt!)

Hitotsu, kekki no yu´o imashimura koto!
(Unterlasse ungestüme Mutbeweise!)
Hanshi Joe Williams 2007 als Gast aus den U.S.A.
Grosses Bild
Grosses Bild
Grosses Bild
Grosses Bild
Grosses Bild
Grosses Bild
Grosses Bild






GRUNDSTELLUNGEN ( Tachikata ) im SHOTOKAN KARATE


In jeder Kampfkunst gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen, mit denen sich der Schüler nach und nach vertraut macht, sie aber anfangs als eher unpraktisch, anstrengend oder sogar lästig empfindet. Dabei erfüllen diese Grundstellungen einen wichtigen Zweck, nämlich den Ausführenden im Endpunkt seiner Bewegung zu stabilisieren und ihm damit eine effektive Technik zu ermöglichen.

Auch im Karate - Do gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen, die sich erst einmal grob in drei Gruppen bezüglich ihres Schwerpunktes einteilen lassen. Als erstes sind das die Stellungen, bei denen der Schwerpunkt des Körpers in der Mitte liegt. Der bekannteste Vertreter ist wohl der Kiba - Dachi. Bei den anderen beiden Arten liegt der Schwerpunkt entweder vorne oder entsprechend hinten. Hier sind die bekanntesten Stände der Zenkutsu - Dachi und der Kokutsu - Dachi.

Befaßt man sich genauer mit der Ausführung der jeweiligen Stände, so läßt sich ein gravierendes Problem feststellen. Wird ein Stand sehr tief ausgeführt, so stellt er eine stabile und kraftvolle Endstellung dar. Allerdings läßt sich nun eine Folgebewegung in einen anderen Stand nicht mehr schnell genug ausführen. Der tiefe Stand, der dem Karateka also Stabilität geben soll, nimmt ihm gleichzeitig seine Beweglichkeit. Für einen hohen Stand gilt der umgekehrte Fall. Der Karateka wird nicht durch den Stand geblockt und ist somit schnell beweglich, muß aber dafür einen Teil seiner Stabilität einbüßen.

Hier einen geeigneten Mittelweg zu finden, der auch noch der jeweiligen Situation angepasst ist, ist eine Aufgabe, die den Karateka sein ganzes Leben lang begleitet. Denn mit steigendem Alter verändern sich auch seine Stände. Sie passen sich nicht nur den jeweiligen körperlichen Beschränkungen an, sondern werden auch durch die wachsende Erfahrung des Karateka, der immer mehr seine individuellen Kampfhaltungen findet, geformt. Die Grundstellungen, die anfangs aufs genaueste festgelegt waren, haben sich nun zu einer individuellen Form gewandelt. Sie sind nun nicht mehr die unpraktischen und belastenden Stellungen, sondern sind für den Karateka natürliche Haltungen geworden, die ihm in jeder Situation optimale Beweglichkeit und Stabilität liefern. Die Frage nach dem Sinn der verschiedenen Grundstellungen wird nun leichter verständlich. Auch das langwierige Verharren in einer tiefen Stellung während des Kihon, das schnelle Drehen um die eigene Achse bzw. das einbeinige Stehen in einer Kata sind wichtige Übungen im Training, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sollen Kraft, Schnelligkeit und Gleichgewichtssinn schulen und dem Karateka die Möglichkeit geben seinen Körper kennen und beherrschen zu lernen, damit er in jeder Situation optimal reagieren kann. Eines darf nicht vergessen werden, nämlich das Grundstellungen in der Regel immer Endstellungen sind. Sie werden vom Karateka in einer Verteidigungssituation nur sehr kurz eingenommen und dann sofort wieder verlassen, damit er nicht zu einem unbeweglichen Ziel wird und sich damit selbst gefährdet.


Heisoku - Dachi
geschlossene Fußstellung Füße parallel zusammen,
Knie leicht gebeugt z.B. in Kata: Bassai - Dai

Musubi - Dachi
verbundene Stellung
Fersen zusammen, Füße leicht nach außen, wird beim Ritsu - Rei angewendet


Heiko - Dachi
Parallelstellung
Füße schulterbreit und parallel nach vorne
z.B. in Kata: Bassai - Dai

Hachiji - Dachi/Shizentai
Stellung wie Schriftzeichen Hachi
Füße schulterbreit auseinander und
leicht nach außen

Zenkutsu - Dachi
Vorwärtsstellung
Füße schulterbreit auseinander,
Gewicht auf dem vorderem Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan

Kokutsu - Dachi
Rückwärtsstellung
Fersen auf einer Linie,
Gewicht auf dem hinterem Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan

Kiba - Dachi
Reiterstellung
Füße parallel nach vorne und doppelt schulterbreit
auseinander, Gewicht gleich verteilt
z.B. in Kata: Heian - Sandan

Shiko - Dachi
Hocken-, Breitstellung
wie Kiba - Dachi, 
nur Füße leicht nach außen gedreht

Sochin - Dachi
Stark - Ruhe - Stellung
wie Zenkutsu - Dachi, nur hinteres Bein gebeugt,
Gewicht auf beiden Beinen gleich
z.B. in Kata: Sochin

Renoji - Dachi
Stellung wie Schriftzeichen RE
wie Kokutsu - Dachi, nur Fersen
eine Fußbreite auseinander
z.B. in Kata: Heian - Shodan

Hangetsu - Dachi
Halbmondstellung
Füße schulterbreit, beide Knie sind
nach innen gebeugt
z.B. in Kata: Hangetsu

Sanchin - Dachi
Drei - Kriege - Stellung
wie Hangetsu, nur das die vordere Ferse
auf einer Linie mit den hinteren Zehen liegt

Kosa - Dachi/Kake - Dachi
Überkreuzstellung
Beine gekreuzt, größter Teil des Gewichts
auf dem vorderem Bein
z.B. in Kata: Heian - Yondan
Info: altchinesische Kampfstellung aus dem Kung - Fu,
genannt Taobo: "gestohlener Fuß" - ein Fuß bleibt vor
den Augen des Gegners versteckt.

Nekoashi - Dachi
Katzenfußstellung
vorderer Fußballen auf dem Boden,
Gewicht auf dem hinteren Bein
z.B. in Kata: Unsu

Tsuru - Ashi - Dachi/Sagiashi - Dachi
Kranichfußstellung
einer der Füße wird in Höhe des Kniegelenkes
eingeklemmt oder gehalten
z.B. in Kata: Gankaku
www.wolfgang-plagge.de